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Unterschied PADI, SSI und CMAS

| Tauchen

Unterschied PADI, SSI und CMAS

Wenn dich das Thema tauchen interessiert, dann hast du bestimmt auch schon von den verschieden Verbänden wie PADI, SSI, und CMAS gehört. Tauchverbände sind Organisationen die nach verschiedenen Regeln ausbilden und Tauchschulen bzw. Tauchbasen in der ganzen Welt unterhalten, über die du deine Tauchgänge machen kannst. In diesem Artikel erfährst du die Unterschiede, die Vor- bzw. Nachteile und was du mit dem jeweiligen Tauchschein anstellen kannst.

1. PADI

PADI (Professional Association of Diving Instructors) ist sicherlich der weltweit bekannteste Tauchverband. Er wurde 1966 von zwei Amerikanern gegründet. Sie waren der Meinung dass die damalige Tauchausbildung nicht professionell genug ist und es den Schülern unnötig schwer macht das Tauchen zu beginnen. Sie waren sich sicher dass es einfachere und schnellere Wege gab Anfängern das Tauchen näher zu bringen.

Über die Jahre hinweg hat diese Tauchorganisation ein Ausbildungssystem entwickelt, in dem alle Möglichkeiten des Tauchens in verschiedenen Stufen abgedeckt werden. So gibt es neben den Standardkursen wie den „Open Water Diver“ und den „Advanced Open Water Diver“ auch Spezial Kurse für „Boot Tauchgänge“ oder für das „Strömungstauchen“. Dein erster Kurs bei PADI ist der Open Water Diver. Die meisten Taucher weltweit beginnen mit diesem Kurs. Bei ihm lernst du die Grundkenntnisse des Tauchens kennen. Für deinen Theoriekurs oder auch als Nachschlagwerk müssen alle Prüflinge ihr eigenes Lernmaterial kaufen. Nach der Theorie wirst du ein paar Übungstauchgänge in einem Schwimmbad machen um anschließend im Freiwasser (See, Meer) deine praktische Prüfung abzulegen. Das Bestehen deiner Prüfung berechtigt dich zum Tauchen mit einem Guide auf bis zu 18 Metern Tiefe.

Da bei PADI die einzelnen Tauchschulen unabhängig voneinander Arbeiten und jede Tauchschule für sich selbstständig ist, können wir keinen pauschalen Preis für deinen Tauchschein (Brevet) nennen. In der Regel kostet der Schein zwischen 200 und 300 Euro. Manchmal kommen die Lernunterlagen zusätzlich dazu. Auch können bei einzelnen Schulen zusätzliche Brevetierungskosten dazu kommen.

Licht

2. SSI

SSI (Scuba Schools International) bezeichnet sich selbst als die zweitgrößte Tauchorganisation nach PADI. Sie wurde von leidenschaftlichen Tauchern 1970 gegründet um jeden in den Genuss des Tauchens bringen zu können. Mittlerweile gibt es SSI Tauchcentren in über 110 Ländern auf der Erde. Sowie mehr als 2800 Tauchbasen. Seit 2014 gehört sie zum Sportartikelkonzern HEAD, zu dem auch der Tauchausrüster Mares gehört.

Dadurch, dass die einzelnen Tauchbasen zu einer Art Franchise gehören, sollten die Ausbildungen alle gleich sein. Auch bei SSI gibt es neben den Standartkursen wie den „Open Water Diver“ auch Spezialkurse wie „Sicher Eistauchen“ oder „Höhlentauchen“. Diese Kurse sind sinnvoll, wenn du dich für eine bestimmte Richtung des Tauchens spezialisieren willst. Bei SSI ist der erste Kurs wie bei PADI der „Open Water Diver“. Dennoch gibt es bei beiden Unterschiede. Der Kursablauf bei SSI ist flexibler. Das heißt du kannst in deinem eigenen Tempo lernen. Auch musst du nicht zwingend deine Lernunterlagen kaufen. Der Kurs dauert 3-4 Tage in denen du täglich sowohl Theorie als auch Praxis hast. Die ersten Tauchgänge unternimmst du auch hier in einem Schwimmbad. Wenn du die erfolgreich gemeistert hast geht es in ein offenes Gewässer, in dem legst du auch deine Prüfung ab. Bei bestandener Prüfung darfst du anschließend bis 18 Meter tief und mit Guide tauchen.

Die Kosten für dein Brevet betragen auch hier um die 300 Euro. Allerdings entfallen hier die Kosten für dein Lehrmaterial, weshalb der SSI Kurs etwas günstiger sein kann. Wir empfehlen immer die Unterlagen dazuzukaufen, somit kannst du bei Auftauchenden Fragen selbstständig nachschlagen.

Feuerfisch

3. CMAS

CMAS (Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques, Weltverband aller Unterwasseraktivitäten) ist ein internationaler Dachverband für sämtliche Sportarten die bezug zum Tauchen haben. Wie zum Beispiel „Unterwasser Rugby“ oder „Flossenschwimmen“. Er wurde 1959 in Monaco gegründet. Ihr Ziel ist es die Unterwasserwelt zu erhalten und die Ausübung von Unterwassersportarten zu fördern. Sie ist eine reine Non-Profit Organisation.

Über die CMAS kannst du nicht direkt einen Tauchschein machen. Sie entwickelt lediglich die Richtlinien und die Normen für die Ausbildung. Diese wird von lokalen Verbänden ausgeführt. Unser Deutscher Verband ist der VDST (Verband Deutscher Sporttaucher e.V.). Der auch nicht kommerziell arbeitet. Die Art der Ausbildung über den VDST ist von der CMAS Vorgeschrieben und genormt. Auch hier gibt es neben den Standartkursen, „1Stern Taucher“, weiterführende Spezialkurse wie „Wracktauchen“ oder „Nachttauchen“. Diese sind auch eher als Spezialisierungskurse gedacht. Dein erstes Brevet, dass du hier machst ist der „1 Stern Taucher oder One Star Diver“. Diesen kannst du über private Tauchschulen machen, oder über Tauchvereine. Auch bei dieser Ausbildung gibt es einige Theorieblöcke die du machen musst. Nach bestandener Theorieprüfung geht es zuerst ins Schwimmbad für ein paar Übungen bevor du im Freiwasser deine Prüfung ablegst. Wenn du deine Prüfung bestanden hast bist du dazu berechtigt mit einem Guide bis zu 20 Meter tauchen zugehen.

Einen festen Preis können wir dir hier auch nicht nennen. Willst du deinen Schein über einen Tauchverein machen, musst du einen Vereinsbeitrag zahlen der variieren kann. Bei einer privaten Tauchschule kostet das Brevet in der Regel auch zwischen 200 und 400 Euro. Aber auch hier werden die Preise von der Tauchschule gemacht.

Katha unter Wasser

4. Fazit

Zuerst wollen wir sagen dass wir beide unseren Tauchschein über CMAS bzw. über den VDST gemacht haben. Der Grund liegt aber nicht daran dass wir diesen am besten finden, sondern einfach daran dass wir einen befreundeten Tauchlehrer haben der über CMAS ausbildet. Dies war für uns die einfachste Möglichkeit uns brevetieren zu lassen.

Wir sind der Meinung dass es egal ist bei welchem Verband die Ausbildung gemacht wird. Die Qualität der Ausbildung ist bei allen Verbänden gleich hoch. Bei allen lernst du wie du mit deiner Ausrüstung SICHER unter Wasser umzugehen hast. Viel wichtiger als die Organisation, sind unserer Meinung der Wille bzw. der Ehrgeiz des Tauchschülers und eine seriöse Tauchschule. Wichtig ist es sich vorher mehrere Tauchschulen anzuschauen und diese zu vergleichen.

  • Wie wird auf dich eingegangen?
  • Wie genau bespricht der Tauchlehrer mit dir die Ausbildung?
  • Wie aufgeräumt/gepflegt ist die Tauchschule/Ausrüstung?
  • Wie viele Tauchschüler gleichzeitig? (So wenig wie möglich)

Der Preis der Ausbildung sollte an zweiter Stelle stehen. Wichtig ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Wenn du eine passende Tauchschule gefunden hast steht deinem erstem Tauchgang nichts ehr im Wege. Wir wünschen dir viel Spaß bei deinem ersten Tauchkurs und hoffen dass wir dir helfen konnten.

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4 Kommentare

Manfred Wawra

Hallo,
ich bin CMAS Moniteur* und habe bei den Kursen für CMAS* manchmal Begleitpersonn von Tauchschülern gehabt die z.B. PADI OWD oder AOWD waren. Immer wieder kam nach Übungen die Info: „Das haben wir aber nicht gemacht!“.
Ich will jetzt keinen Verband schlecht machen, gute Freunde sind PADI-Taucher und haben eine fundierte Ausbildung gemacht. Es kommt aber immer auf die Tauschschule bzw. den Tauchlehrer an.
Bei meinen Kursen werden Übungen so lange wiederholt, bis sie sitzen. Maske ausblasen ist z.B. für manche eine große Hürde. Na dann bin ich eben mal eine Stunde mit dem/der SchülerIn im Seichtwasser und übe das.
Wenn dann bei der Prüfung in 10m Tiefe Maske ausblasen verlangt wird, bin ich schon sehr sicher, dass das auch klappt.
Als grundlegende Empfehlung würde ich sagen: Macht den Kurs in eurer Heimat (Deutschland, Österreich) und nicht im Urlaub eine „Schnellsiederkurs“.
Bei meinem ehemaligen Tauchlehrer (CMAS VDST) kam ein Typ und legte ein Brevet von irgend einer Tauchbasis in Ostasien vor. Keiner kannte das und es war nicht international anerkannt. Fazit: er musste das Brevet noch mal machen.
Was mich ein bißchen befremdet bei PADI und auch SSI ist, dass man schon mit 50 geloggten Tauchgängen „Master Scuba Diver“ sein kann. Bei CMAS ein Unding.
Ich musste z.B. bei meinem CMAS** Brevet einen assistierten Aufstieg aus 15m mit einem 3 Minuten Stop in 3m Tiefe unter permanenter Wechselatmung mit dem Partner machen. Welcher Taucher schafft das nach 50 TGs. Und für mich wurde das für CMAS** verlangt.
Natürlich schreckt das „Urlaubstaucher“ ab, aber ich kann aus Erfahrung sagen, dass meine CMAS-Ausbildung mich zu einem sicheren, besonnenen und ruhigen Taucher gemacht hat.
Übrigens ein halbes Jahr nach meinem CMAS-Rettungstaucher Brevet habe ich einen bewußtlosen Taucher aus 20m Tiefe gerettet.
Danke für die tolle Ausbildung.
Gut Luft,
Manfred

Andre & Katha

Hi Manfred,
wir wollen hier auf unserem Blog keine grundsätzliche Verbandsdiskusion anstoßen. Dass du solche Erfahrungen mit PADI gemacht hast tut mir leid, aber PADI ist halt auch die größte Dachorganisation die Weltweit agiert. In manchen Urlaubsregionen wird die Ausbildung sicherlich nicht richtig durchgeführt, da es schnell gehen muss. Das sollte natürlich nicht so sein. Aber grundsätzlich werden auch PADI Schüler gewissenhaft ausgebildet. Nach 50 Tauchgängen seien „Master Scuba Diver“ zu machen ist natürlich Blödsinn. Allerdings ist man mit 25 geloggten Tauchgängen auch berechtigt CMAS** zu machen. Da sollte man selbst soviel Verantwortung besitzen erst einmal richtig Tauchen zu lernen, bevor man eine weitere Ausbildung macht.
Wie ich im Text schon schrieb, viel wichtiger als die Organisation ist die Tauchschule, der Wille des Schülers und die Zeit die der Lehrer hat um den Schüler richtig auszubilden.
Viele Grüße Andre

Richard Mario Seip

Guten Tag,

Das was Sie schreiben finde ich sehr interessant.
Ich persönlich als IDC Staff Instructor, bin der Meinung, das noch gute, es noch schlechte Verbänden gibt.Haben aber alle (ohne ausnahme )ein Ziel und das ist Geld verdienen.
Es liegt an der Ausbilder, ob du ein vernünftige Ausbildung bekommt oder nicht.
Leider habe ich sehr oft erlebt, das du erst zu kauf von Ausrüstung animiert wird und das Tauchen sehr oft in Hintergrund gestellt wird (egal bei welche verband).
Ich bin Tauchlehrer geworden, da ich das Tauchen liebe und meine
Schüler das Tauchen bei bringen möchte, darum habe ich es auch als Hobby und die Verdiensten stehen bei mir in Hintergrund.
Bei CMAS kann ich erzählen, das ich bis jetzt (leider) nur noch hochnäsige und leider auch arroganten Personen begegnet bin, die der Meinung waren, das außer CMAS keine verbanden bestehen und wenn du mit den mittauchst, als „kleine Jungen “ behandelt wirst.

Mit freundlichen Grüssen
Richard

Andre & Katha

Hi Richard,
ich bin vollkommen deiner Meinung dass eine Tauchausbildung nicht durch den Verband besser oder schlechter wird. Das Tauchen lernen und eine hochwertige Ausbildung sollte bei einer Tauchschule grundsätzlich an erster Stelle stehen. Allerdings wird mit verkaufter Ausrüstung schneller Geld verdient. Ich finde gut dass du aus liebe zu diesem Hobby Tauchlehrer geworden bist und deshalb denke ich dass ein Ausbildung bei dir auch eine gute Qualität besitzt. Egal ob du jetzt bei PADI bist oder bei einer anderen Organisation.
Das was du über CMAS beschreibst habe ich so noch nicht erlebt (vielleicht weil wir auch CMAS sind) aber schwarze Scharfe gibt es sicherlich auch hier.
Gut Luft Andre



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