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Taucherkrankheit

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Taucherkrankheit

Die Taucherkrankheit wird auch als Dekompressionsunfall oder Dekompressionskrankheit bezeichnet. Sie entsteht durch zu schnelles, bzw. falsches Auftauchen nach einem Tauchgang. Im schlimmsten Fall kann ein solcher Unfall sogar tödlich enden. Da wir die Sicherheit beim Tauchen großschreiben und damit dir sowas nicht passiert, erfährst du in diesem Text alles was du über die Taucherkrankheit (im folgenden Dekounfall bezeichnet) wissen musst.

1.Was ist die Taucherkrankheit

Ein Dekounfall ist im Grunde eine Schädigung des Körpers die bei Druckentlastung, (der Dekompression), auftritt. Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Krankheitsbilder die auf einen Dekounfall zurückzuführen sind. Zum einen können sich beim zu schnellen auftauchen aus der Tiefe Gasbläschen im Blut und Gewebe bilden die Embolien auslösen können. Im zweiten Fall können Lungenbläschen durch sich ausdehnende Luft reißen. Es kommt zu einem Lungenriss. Auch hier kann Luft in den Blutkreislauf gelangen und Embolien auslösen.

2. Was passiert im Körper

Stickstoffblasen im Körper

Durch das abtauchen im Wasser setzen wir unserem Körper einem erhöhten Druck aus. Je tiefer wir Tauchen, desto höher wird der Druck. An Land beträgt der Umgebungsdruck der auf uns wirkt 1 Bar. Bei jedem 10. Meter den wir abtauchen steigt der Druck um uns um ein weiteres Bar. Das heißt, in 20 Meter Wassertiefe beträgt der Druck der uns Umgibt 3 Bar.

Dekompressionskrankheit

Unsere Atemluft besteht aus verschiedenen Gasen. Davon sind 21 % Sauerstoff, 78% sind Stickstoff und der Rest sind andere Gase. Die Luft die wir aus unserer Flasche Atmen passt sich dem Umgebungsdruck an. Sie wird in unserem Beispiel auch auf 3 Bar komprimiert.

In unserem Körper findet ein Luftaustausch statt. Ein Teil des Sauerstoffs den wir einatmen geht im Blut in Lösung. Unsere Organe benötigen den Sauerstoff zum Arbeiten. Sie nehmen den Sauerstoff auf, und verbrennen ihn zu Kohlenstoffdioxid. Der wird durch unsere Atmung wieder ausgeschieden. Durch den Druckunterschied zwischen der Atemluft (3 Bar bei 20 Meter) und unserem Blut. Geht auch Stickstoff in unserem Blut in Lösung. Dieser Stickstoff wird an unser Gewebe abgegeben bis dieses gesättigt ist.

Fischschwarm

Je tiefer wir uns aufhalten und je länger wir dort verweilen desto mehr nimmt unser Körper Stickstoff auf. Das ist grundsätzlich nicht schlimm, da der Stickstoff beim Auftauchen wieder Gasförmig wird, wird er durch die Lunge wieder abgeatmet. Problematisch wird es erst wenn wir zu schnell auftauchen.

Beim zu schnellen auftauchen und der daraus resultierenden Druckentlastung kann der Stickstoff nicht so schnell vom Blut aufgenommen werden, wie er müsste. Er wird im Blut wieder gasförmig und bildet Stickstoffbläschen im Blut. Diese Bläschen sind gefährlich weil sie Embolien und Gewebeschäden auslösen können.

Lungenriss

Neben Stickstoffbläschen kann sich ein Dekounfall auch durch einen Lungenriss bemerkbar machen. Wie schon oben beschrieben wird die Einatemluft durch das abtauchen in die Tiefe komprimiert. Das heißt, die Luft, die du unter Wasser atmest hat an der Oberfläche ein größeres Volumen als unter Wasser bei 3 Bar Druck.

Blue Hole von unten

Bei einem Aufstieg aus der Tiefe dehnt sich die eingeatmete Luft wieder aus, sie vergrößert ihr Volumen. Durch die Atmung ist das aber kein Problem, da die ausgedehnte Luft einfach abgeatmet wird. Wird beim Auftauchen allerdings die Luft angehalten, dehnt sich die Luft immer weiter aus bis die Lunge an ihre Volumengrenze kommt. Dehnt sich die Luft dann noch weiter aus, kommt es zu einem Lungenriss, das heißt es platzen einzelne Lungenbläschen. Da die Lunge an den Blutkreislauf angeschlossen ist kann so Luft in die Blutbahn gelangen. Es bilden sich Bläschen in den Arterien. Diese können wie Stickstoffbläschen Embolien oder Gewebeschäden verursachen.

3. An welchen Symptomen kannst du sie erkennen

Ein Dekounfall kann sich durch verschiedene Symptome äußern. Es gibt Typ 1 und Typ 2.

Beim Typ 1 Lagern sich die gebildeten Stickstoff Blässchen in der Haut, in Gelenken, in Muskeln und in den Knochen ab. Bemerkbar machen sie sich durch starken Juckreiz (Taucherflöhe), Gelenkschmerzen, und Schmerzen in den Muskeln. An der Haut wird der Juckreiz durch eine blaurote Verfärbung begleitet. Die Schmerzen in den Gelenken und Knochen machen sich bei Bewegungen bemerkbar, in den meisten Fällen treten sie im Kniegelenk weniger oft im Schulterbereich auf. Die Beschwerden in den Muskeln erinnern an einen starken Muskelkater durch ziehende Schmerzen und Druckempfindlichkeit die für mehrere Stunden anhält.

Die Symptome tauchen in den meisten Fällen innerhalb der ersten Stunde auf. Aber es gibt auch Fälle bei denen sie bis zu einem Tag später auftreten können. Die Folgen des Typ 1 beklagen oft Berufstaucher. Sie treten oft als chronische Schmerzen auf und werden sogar von der BG als Berufskrankheit anerkannt.

Blue Hole von unten

Als Typ 2 werden alle Dekounfälle bezeichnet die schwerwiegendere Folgen haben und Schäden im Gehirn, im Knochenmark und im Innenohr nach sich ziehen. Hauptverursacher dafür sind durch Stickstoffblasen herbeigeführte Embolien.

Diese können sich durch Bewusstseinsschwankungen und sogar mit Bewusstlosigkeit bemerkbar machen. Bei Embolien im Rückenmark kann es zu Lähmungen, zu Empfindungsstörungen und zu Taubheitsgefühlen kommen. In manchen Fällen kommen noch Symptome wie Übelkeit, Brechreiz und Schwindel dazu. Sie erklären sich durch Stickstoffbläschen im Innenohr.

Sämtliche Symptome des Typs 2 beginnen wenige Minuten bis Stunden nach dem Tauchgang. In der Regel aber nicht später als 3 Stunden.

Bei einem Lungenriss treten die gleichen Symptome auf wie bei Typ 2. Zusätzlich kommt noch ein Schmerz im Brustkorb dazu, sowie Husten und blutiger Auswurf.

4. Wie kannst du sie behandeln

Auch wenn sich die Symptome alle sehr gefährlich anhören sind sie zu behandeln. Die erste und wichtigste Maßnahme die durchgeführt werden soll ist die Behandlung mit reinem Sauerstoff. Durch die Gabe mit Sauerstoff wird der Körper vom Stickstoff entsättigt. Eine weitere sehr wichtige Maßnahme ist das alarmieren von Rettungskräften. Die können einen Betroffen am besten behandeln. Wichtig ist den Hilfskräften zu sagen dass es sich um einen Dekounfall handelt und dass Sauerstoff gegeben werden muss. Manche Sanitäter kennen sich nicht mit Tauchunfällen aus.

Nitrox

Bis die Einsatzkräfte eintreffen müssen allgemeine erste Hilfe Maßnahmen durchgeführt werden. Angefangen mit der stabilen Seitenlage, regelmäßiges kontrollieren der Atmung und des Pulses. Sollte kein Puls vorhanden sein muss eine Herz-Lungen-Wiederbelebung stattfinden. Die Beatmung sollte auch hier mit reinem Sauerstoff erfolgen, wenn welcher vor Ort ist. Ist die betroffene Person bei Bewusstsein sollten zwei Liter Wasser zugeführt werden. Auch kann bereits eine Druckkammer Informiert werden, da der Verunfallte dort weiter Behandelt werden sollte.

5.Wie kann sie verhindert werden

Grundsätzlich ist ein Dekounfall leicht zu vermeiden. Jeder Taucher bekommt im Zuge seiner Ausbildung eine Dekompressionstabelle gestellt und deren Umgang gezeigt. Anhand dieser kann berechnet werden in welcher Tiefe und wie lange ein Dekompressionsstop durchgeführt werden muss. Auch wenn keine Dekopausen durchzuführen sind sollte IMMER ein Sicherheitsstop durchgeführt werden. Dieser ist 3 Minuten auf 3 Meter bei keinem Wellengang. Bei starken Wellen 3 Minuten auf 5 Meter.

Dekotabelle

Beim Tauchen mit einem Tauchcomputer, der jedem zu empfehlen ist, zeigt auch dieser an wann ein Stopp durchgeführt werden muss. Auch gibt er Signale von sich wenn die Aufstiegsgeschwindigkeit zu schnell ist. Diese sollte nicht mehr als 10 Meter in der Minute betragen.

Die Gefahr eines Dekounfalls steigt bei Tieftauchgängen und bei Wiederholungstauchgängen. Deshalb sollten die zweiten und dritten Tauchgänge an einem Tag flacher sein als die Vorausgegangenen. Durch Tauchen mit Nitrox wird die Gefahr eines Unfalls reduziert, weil das Luftgemisch Nitrox weniger Stickstoff besitzt als normale Luft. Grundsätzlich sollte immer auf eine gute Körperliche Verfassung geachtet werden. Auch mit (Rest)-Alkohol im Blut sollte nicht getaucht werden da dies den Wasserhaushalt im Körper stört.

Du hattest schon einen Dekounfall? Dann erzähle uns doch von deinen Erfahrungen.


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