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Sag niemals nie, Tauchgang im Blue Hole Malta im Winter

| Tauchen

Blue Hole von untenAndre und ich waren vom 27.01. bis 31.01.2017 auf der wunderschönen Insel Malta. Wir haben ein super Angebot bei den Urlaubspiraten gesehen, einen Flug für 72€ für uns beide, da haben wir gleich zugeschlagen. Denn ein Kurztrip ist ja immer was Schönes egal ob im Ausland oder in Deutschland.

Vor der Reise haben wir uns natürlich auch über das Tauchen auf Malta informiert, denn das wollten wir dort auf jeden Fall machen. Dies stellte sich aber gar nicht so einfach dar. Wir wollten eigentlich mit einer Deutschen Tauchschule tauchen gehen, aber alle die wir angeschrieben hatten, hatten zu (teils wegen der BOOT in Düsseldorf) oder einfach nur, weil es die Nebensaison ist. Trotzdem hatten wir Erfolg, es war zwar keine Deutsche Tauchschule aber englischsprechend ist auch ok.  Diese Tauchschule wurde uns von einer Deutschen Basis empfohlen. Es waren die Taucher von Orangeshark. Praktisch war auch, dass Sie zu einem Hotel direkt an der Fähre Richtung Gozo gehörten. Deshalb haben wir auch in diesem Hotel übernachtet, hat sich super angeboten.Fischschwarm

Natürlich waren wir voller Vorfreude. Wir hatten uns vorher über die Wassertemperatur im Januar informiert. Es ist um die 15°. Dürfte kein Problem sein dachten wir, Deutsche Seen im September sind auch nicht viel wärmer. Bei unserem letzten Tauchgang im See war es angenehm und wir beide hatten nicht gefroren.

 

Am Tauchtag sind wir um 8:30 Uhr gestartet. Vorher war erst mal der Papierkram zu erledigen (Versicherung, Prevet und Tauchtauglichkeit), danach haben wir unsere Anzüge, Schuhe, usw. probiert und anschließend angezogen. Ein bisschen verwundert waren wir schon, wir hatten dickere Anzüge und Handschuhe erwartet. Andre hatte einen 5mm Fully und ich einen 5mm Fully mit einem 3mm Shorty darüber. Handschuhe gab es keine. Also dachten wir, dass es schon nicht so kalt werden wird.

 

Nachdem die gesamte Ausrüstung im Auto verstaut war, sind wir Richtung Fähre gefahren, denn wir hatten einen Tauchgang im Blue Hole gebucht. Dann kam erst mal die große Überraschung. Es gab Missverständnisse bei dem Email Verkehr, der Chef dachte dass wir zwei Tauchtage machen wollten da wir auch zwei Nächte in dem Hotel übernachtet haben. . Wir wollten nur an diesem Samstag 2 Tauchgänge machen. Er dachte, dass wir am Samstag einen „einfacheren“ Tauchgang machen und sonntags dann ins Blue Hole gehen. Aber zum Glück waren er und auch unser Guide Sergey sehr flexible und wir sind doch noch nach Gozo gefahren.Fähre nach Gozo

Dieser war im Inland Sea. Sergey hat vorab ein tolles Breafing gehalten und mir so etwas die Unsicherheit genommen. Denn ich bin immer noch etwas aufgeregt vor einem Tauchgang. Sergey ist mit einem Trocki ins Wasser und wir hatten nur unsere Nassanzüge an, da ahnte ich schon schlimmes.

Nachdem wir im Wasser waren wirkte dieses im ersten Moment nicht so kalt. Aber dann. Ich hatte schon kühle Hände bevor wir überhaupt untergetaucht sind. Ich dachte mir nur, gut wenn wir im Wasser sind wird es bestimmt noch etwas wärmer, wir bewegen uns ja. Wir sind durch den dunklen Tunnel getaucht. Es war für mich schon etwas beängstigend, da man nicht viel gesehen hat. Und dann waren da noch die Boote die über uns gefahren sind. Aber es gab hier schon einiges zu sehen, ganz viele verschiedene Fische schwirrten um uns herum. Kurz bevor wir am Ende des Tunnels ankamen, wollte ich natürlich auch bis raus tauchen, obwohl ich schon an den Händen gefroren habe. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das tief blaue Wasser war genial. Aber nach kurzer Zeit habe ich Sergey das Zeichen gegeben dass mir kalt ist  und ich mich gerne auf den Rückweg machen will. Ungefähr zur Hälfte der Strecke fingen dann auch meine Füße an zu frieren und ich begann zu zittern. Die 3 Minuten Sicherheitsstop kamen wir wie eine Ewigkeit vor.Inland Sea

So endlich raus ins „warme“ dachte ich mir. Nichts war es. Die Sonne war hinter Wolken versteckt und nur ab und an zu sehen. Unsere Klamotten mussten wir bis zum nächsten Tauchgang anlassen. Also ich natürlich total durch gefroren und hatte sogar blaue Zehennägel. Wir setzten uns dann in das Cafe das am Azure Window war und haben erst mal jeder zwei Tassen Tee getrunken und uns eine Pizza geteilt.

Ein bisschen aufgewärmt in den paar Sonnenstrahlen, wollte ich mich gar nicht mehr anziehen und nicht mehr mit ins kalte Wasser. Ich sagte noch zu Andre, nie mehr gehe ich in so ein kaltes Wasser. Andre hat lange auf mich eingeredet und versucht mich zu überreden doch mitzugehen. Ich habe lange mit mir gehadert, denn ich wollte wirklich nicht noch einmal eine dreiviertel Stunde in das kalte Wasser, da ich an Land schon total gefroren habe.

Der Weg ans Blue Hole war auch kein Kinderspiel, es ging über rutschige Felsen. Als wir im Wasser waren und ich am Anfang schon gleich gefroren habe wollte ich sofort wieder raus. Sollen die zwei doch alleine Tauchen gehen ich geh nicht noch mal mit.Weg zum Blue Hole

Blue HoleAndre sagte überlege es dir doch noch mal. Schau mal nach unten auf den Grund. Dies war auch der ausschlaggebende Punkt. Die Sicht in dem Becken war schon gigantisch. Also habe ich die Zähne zusammen gebissen und bin mit. Ich habe es auch nicht bereut, es war zwar bitter kalt aber total genial. Die Sicht war einfach atemberaubend, dass blaue Wasser die weite Sicht von bis zu 30 Meter. Der Tiefe Abgrund unter uns, das Azur Window über uns, es war traumhaft. Ein Highlight war auch der Oktopus der an der Wand klebte. Ihn hat es gar nicht interessiert das wir in beobachtet haben. Zum Schluss sind wir noch in die kleine Höhle getaucht. Dann wurde mir auch wieder kalt. Sergey hat mir dann zum Hände „aufwärmen“ die Taschenlampe gegeben. Und auch dieser Sicherheitsstop war wieder unendlich lang.Azure Window

Als wir dann endlich aus dem Wasser waren hatte ich noch einen weiten anstrengenden Weg vor mir. Dies hat meine ganzen Kräfte gekostet und durchgefroren war ich natürlich auch.

Andre hat gefragt wie ich es denn fand, ich sagte zu Ihm gebe mir erst mal ein paar Minuten ich war nämlich total durchgefroren und war fix und fertig. Ich wollte mich noch nicht mal gleich Umziehen sondern einfach erst mal Luft holen. Aber nach 5 Minuten habe ich mich dann doch schnell umgezogen.Höhle Blue Hole

Mein Fazit:

Ich hätte echt nicht gedacht dass ich den 2. Tauchgang mache. Denn es war beim Hineingehen schon bitter kalt. Ich dachte mir da nur, nein du kannst nicht mit du frierst ja jetzt schon und wir sind noch über Wasser. Der Punkt warum ich doch mit bin, war einfach die geile Aussicht nur vom runterschauen.

Nachtrag: Leider stürzte das Azur Window am morgen des 8. März 2017 bei einem schweren Sturm komplett in sich zusammen.

Mit diesem Beitrag nehme ich bei der Blogparade „Sag niemals nie!“ vom Reiseblog Heldenwetter.de von Ariane teil. Dort findest du noch weitere Geschichten, von Menschen die „Niemals!“ sagten und es dann doch taten.

 

Solltest du auch eine solche „Nie mehr wieder“ Geschichte haben, lass uns das wissen. Wir freuen uns über alle Kommentare

 

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1 Kommentar

Sag niemals nie: Aufruf zur Blogparade - heldenwetter

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