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Hue, Vietnams ehemalige Kaiserstadt

| Reisen

Hue vietnams Kaiserstadt

Hue, Vietnams ehemalige Kaiserstadt liegt eingebettet zwischen Hügeln, Reisfeldern und dem Parfumfluss der 10 km weiter ins Südchinesische Meer mündet. Diese Großstadt mit über 350.000 Einwohner war von 1802 bis 1954 die Hauptstadt von Vietnam und Sitz des Kaisers. Heute ist sie die Hauptstadt des Bezirks Thura Thien-Hue. Leider wurden große Teile der Stadt bei den Indochina Kriegen und bei dem Krieg gegen die Amerikaner zerstört.

Goldene Kuh Zitadelle

Die Zitadelle die 1992 auf die UNESCO Weltkulturerbeliste gekommen ist wurde auch zum Teil dem Erdboden gleich gemacht. Zum Glück findet heute ein Umdenken in der Gesellschaft statt, sodass mehr Wert auf die Geschichte gelegt wird und ein Teil wieder restauriert wurde oder noch wird. Auch das Stadtbild hat sich durch die Kriege drastisch verändert. Heute sind Wohnungen und Geschäfte an Stellen die früher nur dem Kaiser und seinem Hofstaat zugänglich waren.

1. Reisebericht

In Hue kamen wir früh morgens mit dem Zug an. Am Bahnhof setzten wir uns zuerst in eine Bar, tranken einen Vietnamesischen Kaffee und frühstückten eine Kleinigkeit. Währenddessen suchten wir uns per Agoda App eine Schlafmöglichkeit für die Nacht. Für ca. 15,00 € haben wir für uns beide, eine Nacht inkl. Frühstückt im Orchid Hotel gebucht. Ans Hotel kamen wir anschließend mit dem Taxi. Das ist für längere Strecken innerhalb der Stadt die einfachste Lösung. Im Hotel begrüßte man uns mit einem frisch gepressten O- Saft und frischem Obst. Nach der langen Zugfahrt mussten wir uns erst mal frisch machen.

Unser erstes Ziel anschließend war die Zitadelle von Hue. Sie ist ein UNESCO Weltkulturerbe und die Sehenswürdigkeit der Stadt. Die Erbauer haben bei der Gestaltung der Anlage die Verbotene Stadt in Peking als Vorbild genommen. Wir betraten die Kaiserstadt über das Mittagstor. Alle wichtigen Gebäude der Anlage befinden sich an dieser Mittelachse. Wie die Halle der höchsten Harmonie oder die Purpurne Verbotene Stadt. Wir verbrachten ca. 3 Stunden in der Kaiserstadt. In dieser Zeit hast du die gesamte Anlage erkundet.

Zitadelle von außen

Zitadelle Weg

Nach dem Besuch der Zitadelle machten wir uns mit dem Taxi auf dem Weg zum Kaisergrad des Tu Duc. Kaiser Tu Duc besuchte sein Grab des Öfteren während seinen Lebzeiten, um sich der Poesie hinzugeben. So dauerten Theatervorstellungen die hier aufgeführt wurden bis zu 100 Tage. Die Anlage besticht vor allem durch seine große Gartenanlage mit angelegtem See. Allerdings sind viele Bereiche zerfallen oder zerstört. Aber als wir dort waren fanden einige Restaurationsarbeiten statt die das Grab in neuem Glanz erscheinen lassen sollen. Auch hier verbrachten wir nicht länger als drei Stunden, was auch völlig ausreichend ist.

Kaisergrab Brücke

Kaisergrab Straße

Nachdem wir wieder mit dem Taxi in der Stadt waren gingen wir was zu Abend essen. Die meisten Bars und Restaurants findest du an den Straßen die von der Hauptstraße Le Loi abzweigen. Wir besuchten dort die „Why Not“ Bar. Eine Backpacker Kneipe, bei der es aber auch typisch vietnamesisches Essen gibt. Beim Bezahlen sagte uns der Kellner, dass an diesem Tag der wöchentliche Nachtmarkt am Fluss entlang ist. Also machten wir uns noch mal auf den Weg dahin, um diesen zu besuchen. Auch dieser Nachtmarkt hat das Flair wie viele andere solcher Märkte. Es gibt viel leckeres Streetfood, aber auch viel unnützes Zeug zu kaufen. Nach dem Besuch des Marktes bei dem wir noch eine Kleinigkeit aßen, gingen wir wieder ins Hotel. Am nächsten Morgen starteten wir unsere Tour mit den „easy ridern“ nach Hoi An.

Nachtmarkt Hue

2. Sehenswürdigkeiten

2.1 Zitadelle

Zitadelle

Ein besonderes Highlight in Hue ist die alte Zitadelle. Sie wurde 1804 von der kaiserlichen Nguyen-Dynastie erbaut. Die 21m Dicke und 6.60 m hohe Mauer misst im Umfang 10 km und ist mit einem 23m breiten Wassergraben geschützt. Die Nguyen Herrscher bedienten sich der Erfahrung von französischen Festungsbaumeistern bei dem Bau der Zitadelle. Dies sieht man deutlich an den 24 Bastionen die der Mauer ihre spezielle Form geben. Als Vorbild gilt die Verbotene Stadt der Ming Dynastie in China. Wenn du zu Fuß vom Fluss aus Richtung Festung läufst kannst du schon von weitem den Flaggenturm mit der Roten Flagge mit gelben Stern sehen.

Zitadelle Brücke

Innerhalb der Zitadelle befinden sich heute eine Menge Wohnungen und Geschäfte. Früher durften diese Bereiche nur vom Kaiser und seinem Hofstaat betreten werden.  In einem abgeschlossenen Bereich im Innern findest du die Kaiserstadt mit der Purpurnen Verbotenen Stadt. Leider sind im Krieg gegen die Amerikaner ein großer Teil der Gebäude zerstört worden, die aber seit 2015 in mühevoller Kleinarbeit wieder Restauriert werden. Dennoch lohnen sich die ca. 5 Euro für den Eintritt. Viele der noch vorhandenen Prunkvollen Gebäude erinnern an die einstige Schönheit der Kaiserstadt.

2.2 An Dinh-Palast

Ein weiterer Palast in Hue ist der An Dinh-Palast der von Kaiser Khai Dinh für seinen Sohn und Erbe erbaut wurde. Er befindet sich am südlichen Rand der Stadt in einem schön angelegten Garten. Der Palast vereint europäische als auch vietnamesische Stilelemente, was ihn außergewöhnlich macht. Nachdem der letzte Kaiser mit seiner Familie und den Dienstboten hier wohnte, wurden hier später Regierungsbeamte und Professoren der hiesigen Universität untergebracht. Seit 2001 wird das Gebäude aufwendig restauriert. Auch deutsche Restauratoren waren damit beschäftigt.

2.3 Kaisergräbe

Kaisergrab Tor

Etwas außerhalb der Stadt liegen die Kaisergräber der Ngyuen-Dynastie. Die meisten dieser Gräber wurden schon wie die Pyramiden in Ägypten während der Lebzeiten der jeweiligen Kaiser erbaut. Kaiser Tu Duc zum Beispiel begab sich immer wieder in seine spätere Grabanlage um Gedichte zu schreiben oder sich seinen Konkubinen hinzugeben. Jedes der einzelnen Gräber spiegelt ein bisschen das Wesen des Erbauers wieder. So haben alle große Unterschiede. Tu Ducs Grab hat eine große poetische Gartenanlage, während das Grab von Khai Dinh hauptsächlich durch die Rokoko-Architektur heraussticht. Auch an diesen Gräbern wurde in der Zeit als wir da waren Restaurationsarbeiten durchgeführt. So dass diese in ein paar Jahren wohl in einem neuen Glanz erstrahlen werden.

2.4 Drachenboote

Drachenboot

Typisch für Hue sind Drachenbootfahrten auf dem Parfumfluß. Du wirst schon auf dem Weg zur Uferpromenade von Verkäufern und Kapitänen angesprochen. Wenn du eine solche Tour machen willst, wirst du es nicht verfehlen. Einfach an der Promenade entlang gehen. Du kannst mit den Booten die Gräber oder die Thien Mu Pagode erreichen. Wir machten keine solche Tour, da wir von einigen Reisenden gehört hatten, dass es sich nicht wirklich lohnt. Der Fluss ist schmutzig, am Ufer entlang gibt es nichts zu sehen und die Bootsführer versucht dir ständig ihre Souvenirs anzudrehen. Allerdings wollen wir hier nicht alles schlecht machen. Hör dich bei anderen Travellern um, vielleicht gibt es ja auch Anbieter bei denen es besser ist.

2.5 Thien Mu Pagode

Etwas Westlich der Zitadelle gelegen ist die Thien Mu Pagode. Sie ist sehr bekannt und mit ein Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde 1601 hier erbaut. Angeblich hat die Stelle an der die Pagode steht magische Kräfte. Besonders Auffällig ist der 21 Meter hohe, siebenstöckige Turm der Freude und Anmut. Im Inneren der Pagode befindet sich ein altes Auto. In diesem Wagen fuhr ein Mönch aus diesem Kloster zu seiner Selbstverbrennung um gegen die Unterdrückung des Buddhismus durch die Katholiken zu demonstrieren.

2.6 Strand

Etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt, an der Mündung des Parfumflusses in das Südchinesische Meer, befindet sich ein schöner abgelegener Sandstrand. Da dieser Strand recht unbekannt ist, wirst du dort ziemlich alleine sein. Du kannst ihn mit dem Taxi oder mit dem Moped erreichen.

2.7 Gartenhäuser von Kim Long

Die Gartenhäuser befinden sich westlich von Hue, in dem Stadtteil Kim Long. In dieser Gegend errichteten einige einflussreiche, vornehme Mandarine ihre persönlichen Gartenhäuser. Viele davon stehen heute unter Denkmalschutz. Diese Gartenhäuser sind in Privatbesitz, können aber dennoch besucht werden. Eine Spende von bis zu 50000 Dong ist dabei sinnvoll.

3. Anreise

Zug

Es gibt drei Möglichkeiten um nach Hue zu gelangen. Die, die wir wählten war der Zug. Der Zug fährt mehrmals täglich von Hanoi nach Ho Chi Minh. Von Hanoi benötigt er ca. 14 Stunden nach Hue und von HCMC sogar bis zu 24.

Die zweite Möglichkeit sind Buse. Auch diese Verkehren täglich auf den Verbindungsstraßen von Nord- nach Südvietnam. Hue ist eine der Haltestellen. Du kannst von Ninh Binh oder von Hoi An hierher fahren.

Außerdem hat Hue ca. 15 km außerhalb der Stadt einen Flughafen. Mit Inlandsflügen ist dieser von mehreren Vietnamesische Flughäfen zu erreichen.

4. Fortbewegung

Taxi

Die einfachste, aber auch die teuerste Fortbewegungsmöglichkeit in Hue sind Taxis. Sie sind schnell, und bringen dich überall hin. In der Stadt gibt es viele, du musst sie einfach nur herauswinken.

Natürlich kannst du dir in Hue auch ein Moped leihen. Damit bist du sehr flexibel, und kannst fahren wohin du willst. Allerdings brauchst du in Vietnam einen Vietnamesischen Führerschein.

Eine besondere Möglichkeit ist das leihen eines Fahrrads. Da der Verkehr nicht so schlimm ist wie in Ho Chi Minh oder in Hanoi kann es hier richtig Spaß machen die Stadt mit dem Bike zu erkunden.

Auch hier gibt es natürlich Cyclos mit denen du mitfahren kannst. Für kurze Fahrten innerhalb der Stadt sind sie ideal.

5. Unterkünfte

Die meisten Hotels und Hostels befinden sich östlich des Parfumflusses in den Straßen die von der Hauptstraße Le Loi abzweigen. Für jeden Geldbeutel ist hier etwas dabei. So gibt es einige Hostels mit Schlafsälen, Mittelklassehotels wie das Orchid, in dem wir waren, und auch Resorts oder Oberklassehotels.

6. Restaurants & Bars

 

Essen 1

In diesem Viertel in dem die Hotels sind, findest du auch gute Restaurants und Garküchen um etwas zu essen. Auch in den Abendstunden ist hier einiges geboten. Da hier viele Backpacker halt machen, gibt es hier viele Clubs und Bars bei denen man sich ein zwei Vietnamesische Biere genehmigen kann. Einmal in der Woche findet am Fluß der Nachtmarkt statt, dort gibt es auch sehr leckeres Streetfood.

7. Wie viel Zeit

Wir waren nur ein Tag in dieser Stadt. Unser Zug kam früh morgens an, und am nächsten Morgen sind wir mit den „easy ridern“ mit dem Motorrad nach Hoi An gefahren. Wir besuchten an diesem einen Tag die Kaiserstadt in der Zitadelle und das Grab von Tu Duc. Die Kaiserstadt hast du, auch wenn du gemütlich unterwegs bist in maximal drei Stunden erkundet. Solltest du aber mehr als eine Grabstätte anschauen und eventuell noch zur entmilitarisierte Zone wollen, empfehlen wir dir Minimum zwei, besser drei Tage für deinen Aufenthalt in Hue. So hast du genügend Zeit dir alles in Ruhe anzuschauen. Uns allerding hat dieser eine Tag gereicht.

8. Reisezeit

Wir waren im September in Hue, und es war brutal heiß. Allerdings ist der deutsche Herbst/Winter nicht die Hauptreisezeit für Zentralvietnam. Um diese Zeit kann es zu schweren Regenfällen und sogar zu Taifunen kommen. Die Hauptreisezeit ist von Februar bis August. Es ist nicht ganz so extrem heiß, aber dennoch angenehm warm. Allerdings kann es auch zu dieser Zeit zu Regenfällen kommen.

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